Neu in Deutschland und an der Raabeschule – Unser „Deutschlernkurs“ (DLK)

 

Seit Februar 2016 engagiert sich die Raabeschule intensiv für die Integration und Sprachbildung neuzugewanderter Schüler. Dies begann zuerst in Form einer Sprachlernklasse, seit Sommer 2017 nun in Form eines Deutschlernkurses (DLK). Der familiäre Rahmenkurs (aus verschiedenen Förderkursen/Gruppen, die teilweise parallel mit Doppelsteckung unterrichtet werden) besteht aus mindestens 16 neuzugewanderten Schülern. Ihn leiten Frau Gifhorn-Lorenz und Herr Beuse. Der Unterricht im Kurs findet im Umfang von ca. 30 Wochenstunden statt.

Im Deutschlernkurs werden Schüler beschult, die aufgrund von Flucht oder Migration neu aus dem Ausland nach Braunschweig gezogen sind und an die Raabeschule aufgenommen wurden. Ziel ist es, sie zu befähigen, zu 100% am gymnasialen Regelklassenunterricht teilnehmen zu können und die Lernziele der Regelklassen zu erreichen. Daher wird den Schülern intensiv Deutsch als Fremdsprache/ Zweitsprache (DaF/DaZ) beigebracht (Ziel ist es, sie mindestens auf B1-Niveau zu bringen). Außerdem werden sprachsensibel die Inhalte und Methoden vieler Regelklassenfächer (Biologie/ Naturwissenschaften, Kunst, Geschichte/Politik/ Geographie) vorentlastet und auch der Umgang mit Medien/ IServ geschult. Da das Englischniveau am deutschen Gymnasium sehr hoch ist, wird bei Bedarf außerdem Englischförderunterricht erteilt. Im Deutschlernkurs wird stark binnendifferenziert unterrichtet, Denn die Schüler bringen unterschiedliche Vorkenntnisse (sowohl in Deutsch als auch in den verschiedenen Unterrichtsfächern) mit und werden altersübergreifend (Klasse 5-10) unterrichtet. Neuzugewanderte Schüler sind vom ersten Tag an der Raabeschule vollwertige „Raaben“ und einer Regelklasse zugeordnet. Es ist also nicht möglich, nur zum Deutschlernen an die Raabeschule zu kommen, eine offizielle Aufnahme als Gymnasiast/ Raabeschüler ist Voraussetzung für die Kursteilnahme.

Die Überführung in die Regelklasse vollziehen wir je nach Lernprogression und individuellen Voraussetzungen in sanften Schritten: Zunächst nimmt ein Neuzugewanderter an weniger sprachlastigen oder ihm leicht fallenden Fächer teil. Der Schüler ist also teilüberführt und nimmt an einigen Regelklassenfächern und an vielen Förderstunden im Deutschlernkurs teil. Er wechselt mit individuellem Stundenplan zwischen Regelklasse und Deutschlernkurs. Mit zunehmenden Deutschkenntnissen werden dann allmählich die Anzahl der Unterrichtsstunden in der Regelklasse gesteigert und die Stunden im Deutschlernkurs reduziert. Auch nach einem Jahr in Deutschland versuchen wir die neuzugewanderten Schüler so intensiv wie möglich im Bereich DaF/DaZ nachzufördern, um Bildungschancen und eine erfolgreiche Teilnahme des Schülers am Regelklassenunterricht zu fördern. Spätestens zwei Jahre nach Einreise in die BRD müssen die Schüler in allen Fächern der Regelklasse benotet werden. Eines unserer pädagogischen Ziele bis dahin ist es, sie darüber hinaus sprachlich zu fördern und sie zu einem bestmöglichen Schulabschluss zu befähigen.

Um den Schülern Deutsch im Kontext beizubringen, legen wir viel Wert auf Anwendungsmöglichkeiten bei Exkursionen (z. B. Theaterbesuche oder eine Führung durch die Stadtbibliothek), die gleichzeitig die Teilnahme am kulturellen Leben der neuen Heimat fördern sowie einen Beitrag zur Orientierung und Integration in die neue Umgebung leisten.

Coronabedingt sind aktuell keine Teilüberführungen möglich, da hierdurch Kohorten miteinander in Kontakt kämen. Somit überführen wir aktuell nach dem „Ganz-oder-gar-nicht“-Prinzip (Anfänger sind somit aktuell Vollzeit im DLK unterrichtet, Fortgeschrittene werden voll überführt und über Nachmittagsangebote mit Abstand in DaZ/ DaF nachgefördert). Wir hoffen, bald wieder teilüberführen und damit wieder noch individueller auf die Schüler zugeschnitten überführen zu können. Auch die Möglichkeit von Exkursionen ist leider den Umständen entsprechend aktuell beschränkt.