Raabeblog: Wie Social Media unser Leben negativ beeinflusst

Social Media, besser bekannt als WhatsApp, Instagram, Snapchat und Co. wird tagtäglich von vielen Personen verwendet. Ganze 2,1 Milliarden Menschen weltweit haben Social Media Accounts. „Ich finde Social Media mega cool und könnte nie ohne leben!“, denken sich sicher die meisten von uns, doch Soziale Medien zu nutzen, kann unser Leben stark negativ beeinflussen und zwar ohne dass wir es merken!

Erinnert ihr euch noch an die Zeit, als ihr klein wart und es euch nicht interessiert hat, was ihr anzieht, wie eure Figur oder wie eure Haut aussieht? Das einzige, was für euch zählte, war glücklich zu sein. Und ihr wart es – Ohne Social Media, ohne Handy.

Social Media bringt uns dazu, zu glauben, dass wir eine schlanke Figur, viel Makeup im Gesicht und teure Klamotten brauchen, um glücklich zu sein. Wir scrollen durch Instagram und sehen all diese perfekten Mädchen und fangen unvermeidlich damit an, uns zu vergleichen. Bin ich so dünn wie sie? Sind meine Beine zu kurz? Findet mich jemand so hübsch wie sie? Wir glauben, nicht genug zu sein, und denken, dass diese Mädchen perfekt sind und glücklich sein müssen. Durch YouTube und Instagram wird uns gezeigt, was hübsch ist und wie wir zu sein haben. Doch wer legt diese „Maßstäbe“ wirklich fest? Und ist es nicht viel wichtiger, sich an seine eigenen Maßstäbe zu halten? Sich zu vergleichen, ist auf alle Fälle sehr ungesund und schadet dem Selbstvertrauen und dem Selbstbewusstsein.
Darum kann ich euch nur empfehlen, eure abonnierten Accounts bei Instagram durchzugehen und denen strikt zu entfolgen, die euch nicht guttun, weil ihr euch durch sie vergleicht oder sogar schlecht fühlt, wenn ihr ihre/seine Fotos seht.

Die Sozialen Medien erzählen uns, wie wir bessere Outfits haben, dünner aussehen und unseren Schwarm beeindrucken können. Wir beginnen zu denken, dass unser Aussehen das Problem ist und die Lösung dies zu verändern. Letztens habe ich einen Kommentar gesehen, bei dem ein Mädchen schrieb: „Eines Tages will ich so aussehen wie sie. Sie ist so perfekt.“ Doch woran kann man Perfektion festmachen? An der Art wie sich Menschen auf Bildern inszenieren oder wie sie sich in Videos zeigen? Wir kennen niemanden persönlich und wissen nicht, ob sie nicht denken, dass jemand anders perfekt scheint und sie selbst so hässlich. Alles auf Social Media ist praktisch darauf ausgelegt, uns selbst zu verändern, weil wir es ohne nicht schaffen akzeptiert zu werden.
Man wird in die Welt des Materialismus eingesogen und glaubt, es sei essentiell immer mehr zu kaufen. Roomtours von Ankleidezimmern, Kleiderschränken und Makeupzimmern (!) auf YouTube bringen uns dazu zu denken, dass wir das alles benötigen. Ständige Hauls sagen, dass man noch mehr braucht. Die neusten Trends, Smartphones, Schuhe von denen man angeblich nie genug haben kann, Taschen… Und so geht man shoppen. Immer und immer wieder. Aber macht uns das glücklicher? – Nur für eine gewisse Zeit.

Das Aussehen wird durch Social Media fast zum Kernpunkt unseres Daseins. Wie sehe ich aus? Wie finden andere, wie ich aussehe? Ein Foto von sich ungeschminkt auf Insta hochladen – Unmöglich! Es ist Makeup, ein Filter, Facetune und Co. nötig, um zu sagen: „Ja, das kann ich posten, so werde ich als hübsch empfunden.“ Ist das nicht traurig? In die Schule gehen wir doch auch ohne Snapchats Hundefilter und aufgehellte Zähne. Vielleicht liegt es daran, dass Soziale Medien hauptsächlich dazu da sind, uns selbst darzustellen und das natürlich nur von der allerbesten Seite. Durch jeden Filter, jedes falsche Lächeln, jede vorteilhafte Pose sind wir weniger wir selbst. Alle Selfies fließen ein in den Einheitsbrei, der auf Instagram kursiert. Wieder ein aufgesetztes Lächeln, wieder ein inszeniertes Bild und wieder das 10000ste Foto, das geschossen wurde und endlich gut aussieht. Wo bleibt die Echtheit, wenn sie doch niemand zeigt?

Diesen Moment hat wohl jeder schon erlebt: Man lädt ein Bild hoch, von dem man dachte, man sieht gut darauf aus, doch im Endeffekt bekommt man kaum Likes darauf. Sofort fühlen wir uns schlecht, sind traurig, enttäuscht und zweifeln an uns. Liegt es an mir? Bin ich hässlich und dick?
Aber nicht nur Likes sind wichtig für unser Selbstwertgefühl, auch Follower und besonders Kommentare sind lebensnotwenig. Nicht umsonst kommentieren Menschen unter großen Seiten „fff“ (Follow for Follow) oder „cfc“ (Comment for comment) was dann darauf hinausläuft, einer wildfremden Person „Hübsche <3“ unter das Foto zu kommentieren, um selbst einen ähnlichen Kommentar zu bekommen. Und was bringt das? Anderen zu zeigen, für wie hübsch man empfunden wird? Toll. Kommentare auf irgendein Bild sollten doch nicht unser Selbstwertgefühl beeinflussen!
Allerdings können aber auch bestimmte Bilder wie zum Beispiel die, die vortäuschen #Fitnessinspiration zu sein, uns dazu bringen, uns schlecht zu fühlen. Diese Bilder inspirieren uns doch nicht wirklich, sie sagen uns: Sei so! Nur so, bist du hübsch. Wir finden uns anschließend dick, hässlich und unsportlich. Genau das sind Gründe für eine Magersucht, wenn solche Bilder in die falschen Hände und diese Gedanken in die falschen Gehirne gelangen. Also passt auf euch auf!

 

Social Media ist, wie ihr vielleicht eben beim Lesen gemerkt habt, nicht nur positiv.
Im Gegenteil, es verändert uns.
Und noch ein Tipp am Ende: Versucht eure Zeit auf Social Media zu kontrollieren. Es gibt Apps wie „Moment“ oder auch seit neustem bei iOS die Funktion in den Einstellungen, die einem anzeigt, wie viel Zeit man täglich am Handy ist und welche App man wie lange nutzt. Löscht Apps, die ihr nicht mehr braucht, zeitaufwendig sind  oder die euch negativ beeinflussen. So habe ich z.B. Snapchat und damals Musical.ly gelöscht.
Lasst euer Leben nicht von eurem Smartphone kontrollieren, sondern kontrolliert euer Leben ohne das Smartphone.

 

Sarah Jürges