Thumbnail

Interview mit Bandgeschwister

2018 hatte ich die große Ehre „Bandgeschwister“, bestehend aus Bine und Nils, auf einem Festival kennenlernen zu dürfen. Mit ihren ehrlichen und lebensnahen Songs berühren sie die Herzen ihrer Zuhörer. Ob du auf wilde, laute, leise, traurige, ehrliche oder wütende Musik stehst, bei Bandgeschwister ist für Jeden was dabei!

Wie habt ihr euch kennengelernt?

Bine: Ich habe für meinen Freund eine CD voll Coversongs aufgenommen und im Studio habe ich gesagt bekommen, dass ich gut singen könnte und irgendwas mit meiner Stimme machen sollte. Nils kannte ich schon flüchtig aus der Schule. Auf der Plattform „My Space“ habe ich nach Leuten gesucht, die man kennt. Dort habe ich dann Nils gefunden und gesehen, dass er Musik macht. Zu der Zeit habe ich in einem Drogeriemarkt gearbeitet. Als ich Nils dann beim Einkaufen gesehen habe, habe ich ihn gefragt, ob wir nicht zusammen Musik machen können. Und so hat sich das dann ergeben.

Wie ist der Bandname entstanden?

Nils: Wir haben an unserem ersten Treffen gleich den ersten Song geschrieben und haben dann mit einem Kaffee in der Küche gesessen und überlegt, wie wir uns nennen können. Da wir Musik machen und eine Band sind, wollten wir das auch im Namen stehen haben und dann haben wir geschaut was einen stark miteinander verbindet und dann sind wir auf den Namen „Bandgeschwister“ gekommen.

Was war das für ein Gefühl, als ihr euer erstes Album veröffentlicht habt?

Bine: 2015 sind wir mit der Batterie an Songs, die wir geschrieben haben, ins Studio gegangen und haben unsere erste EP aufgenommen. Wir haben viel über das Musikmachen an sich gelernt, aber auch über das Musikbusiness. Die Veröffentlichung war sehr aufregend für uns. Doch die Plattenproduktion ist sehr teuer und so haben wir uns unser eigenes Studio eingerichtet und haben dann das Album komplett selbst produziert. Das Album hat die EP getoppt, weil wir alles allein gemacht haben und in den Liedern auch viel verarbeitet haben.

Nils: Wir haben das Album innerhalb von 5 Monaten aufgenommen. Das war schon stark.

Habt ihr bestimmte Songs, die euch mehr bedeuten, als andere?

Bine: Bei mir ist das der Song „Spiegel“. Aber natürlich bedeuten mir alle anderen Songs auch viel, schließlich habe ich mein Leben niedergeschrieben.

Nils: „Spiegel“ wird auch immer ein sehr wichtiges Lied sein.

Gab es einen Gig, der euch besonders angesprochen hat?

Bine: Auf dem Bandfestival in Bargfeld-Stegen sind wir das erste Mal vor 600 Leuten aufgetreten. Das war ein ganz besonderer Moment.

Nils: Ja, weil es auch sehr intim war. Es war ein Akustik Konzert und alle haben der Musik zugehört. Aber unsere Release war untopbar.

Was macht Musik für euch aus?

Bine: Lebensretter.

Nils: Ich könnte mir ein Leben ohne Musik nicht vorstellen.

Bine: Es hat auch sehr lange gedauert, bis ich herausgefunden habe, dass es das ist, was mir fehlt.

Der Videodreh zu „Frei“ war sehr umständlich: Wie habt ihr das alles geschafft?

Bine: Wollen!

Nils: Wir haben nicht nachgedacht, ob wir das schaffen oder nicht. Wir haben einfach angefangen.

Bine: Es war teilweise schon schwer, weil wir uns erstmal überlegen mussten, wie wir das, was wir mit diesem Song aussagen wollen, in Bilder verpacken können. Kreativität kann man eben nicht steuern.

Was schätzt ihr am jeweils anderen?

Bine: Ich schätze an Nils sehr, dass er mich so sein lässt, wie ich bin. Er ist mein Prallbock und muss sich viel anhören. Aber er ist immer noch da, auch wenn ich ihm die Wahrheit sage. Das vertragen die wenigsten Menschen. Ich habe lange nicht über meine Probleme geredet. Der Song „Spiegel“ war dann der Anlass dafür, dass Nils mich gefragt hat, was wirklich los ist.

Nils: Es darf jedem mal schlecht gehen, aber man muss es sich auch eingestehen. Alle anderen müssen akzeptieren, dass es dir mal schlecht geht. Am Ende sind wir nämlich Menschen und keine Maschinen.

An Bine schätze ich sehr, dass sie organisiert ist und immer alles im Kopf hat. Ich für meinen Teil bin der komplette Chaot und es ist wichtig, jemanden an seiner Seite zu haben, der ein bisschen Organisation an den Tag legt. Zudem schätze ich an ihr, dass sie jetzt so ist, wie sie ist.

 

Julia Angermann