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Jugendpressekonferenz mit Kultusminister Grant Hendrik Tonne

Passend zu unserem Thema diese Woche, dem Schülerengagement, fand kurz vor den Ferien im Medienhaus der Braunschweiger Zeitung die Jugendpressekonferenz zum Thema Bildung mit dem niedersächsischen Kultusminister Grant Hendrik Tonne statt.

Die Möglichkeit, kritische Fragen zu stellen, wurde von zahlreichen Klassen verschiedenster Schulen wahrgenommen, auch von der Raabeschule waren zwei Klassen vertreten.

Die 11G3 bei der Jugendpressekonferenz

Auch wenn der Beginn (auch durch die Verspätung des Ministers) etwas schleppend verlief, wodurch auch Herr Juny als einziger Lehrer die Chance bekam, seine Frage zu stellen, war es später nicht mehr möglich alles zu beantworten, da die Zeit nicht mehr ausreichte.

Die Fragen waren von den Themen her sehr unterschiedlich. Es waren die Bereiche Digitalisierung, Lehrermangel, Schulformen, die Vermittlung von später nicht mehr benötigten Unterrichtsinhalten, das Abitur in Niedersachsen im Gegensatz zu anderen Bundesländern, aber natürlich auch Fridays for Future. Letzeres wurde allerdings, zu meiner Verwunderung, kaum besprochen.

Mit der Kritik an der Umsetzung der genannten Themen ging der Minister natürlich sehr professionell um. Bei den meisten Themen stärkte er die Meinung der Schüler, was allerdings die Umsetzung der Vorschläge zur Verbesserung anging, zeigte er sich schon weniger beschwingt. Bei einigen Themen werde noch Zeit benötigt, um sie zu verbessern, es sei aber schon Bewegung vorhanden, so z.B. bei dem Problem, dass Grundschullehrer weniger Gehalt als Gymniasallehrer bekommen.

Bei vielen Fragen gab er auch die Verantwortung an andere weiter. Beispielsweise seien die Schulträger, also die Städte bzw. Kommunen für den räumlichen Zustand der Schulen verantwortlich und die Schulleiter sollten die Entscheidung darüber treffen, ob die Schüler an den Demonstrationen für Fridays for Future teilnehmen dürfen, es solle ein Diskurs an den Schulen angeregt werden.

Insgesamt waren die Antworten des Kultusministers häufig schwammig, wie es meist bei Politikern der Fall ist, es ist aber gut, dass er sich überhaupt den Fragen der Schüler stellt und somit die wirklichen Herausforderungen in der Bildung besser erkennen kann.

Die Fragen der SchülerInnen sind definitiv positiv hervorzuheben. Sie waren kritisch, und von der Politikverdrossenheit, die der Jugend häufig zugeschrieben wird, war wenig zu spüren, was vielleicht mit der direkten Betroffenheit der Bildungspolitik zusammenhing. Das ist aber eher unwahrscheinlich, sondern die Motivation, kritisch zu sein, ist viel mehr der Tatsache geschuldet, dass die Jugend durch Bewegungen wie Fridays for Future oder gegen Artikel 13 zunehmend politisiert wird.

 

Caroline Diekmann